Unternehmen, Verbände und Institutionen haben bislang noch nicht die Tragweite und die Relevanz von Online-PR erkannt. Es gibt noch viel Nachholbedarf in Sachen digitaler Pressearbeit, Social Media und Suchmaschinenoptimierung.
Online-PR ist weit mehr als digitale Pressearbeit. In Anlehnung an Ruisinger (1) erscheint daher der Begriff Online-Relations geeigneter. Es geht darum, kontinuierlich online zu kommunizieren, nennen wir es “virtuelle Duftmarken” zu setzen. Hier kommen nun Begriffe und Instrumente ins Spiel, wie Online-PR (-Portale), der Pressebeich auf der eigenen Webseite, Social Media, RSS-Feed, E-Newsletter, Blogs und selbstverständlich die Suchmaschinenoptimierung der eignene Webseite (SEO).
In nahezu jeder Unternehmung ist es üblich, Projekte zu planen, sich weiterzubilden, Expertenmeinungen zu Rate zu ziehen und Althergebrachtes zu überdenken. Schließlich fahren wir nicht mehr in Kutschen und betreiben unsere Anlagen nicht mehr mit der Dampfmaschine. Technisch möchte man up-to-date sein. Nur im Marketing hinken die meisten noch kläglich hinter. Nach der Dot-Com Blase und dem ganzen Multimedia-Hype Ende der 90er sind viele Unternehmen in eine Art Schock- oder besser Trotz-Starre verfallen. “Wir haben doch eine Webseite, Social Media, Blogs etc. ist nur Spielerei oder wieder so ein Trend.” Vielleicht hat man hie und da die Programmierung dann doch von html auf ein CMS umgestellt, evtl. auch mittlerweile schon mal Presseinformationen per E-Mail verschickt. Dazu sage ich: Herzlich Willkommen in der Vergangenheit. Das ist das, was vor 5 Jahren zum Standard gehörte und heute als Web 1.0 bezeichnet wird. Aber heute sind wir um Längen weiter.
Neue Suchkriterien bei GOOGLE
Das Internet ist aber nicht stehengeblieben, sondern hat sich in den letzten Jahren rasant weiter entwickelt. Vor allem die Suchmaschinen, und da vor allen anderen GOOGLE, haben sich selbst und damit die Anforderungen im Netz maßgeblich verändert. Was noch vor wenigen Jahren als optimal und wichtig galt, um eine gute Platzierung zu erreichen, ist heute teilweise hochgradig kontraproduktiv – selbst relativ aktuelles Wissen, wie Google denn funktioniert, muss ständig überarbeitet, überdacht bzw. neu recherchiert werden. Entsprechend gilt es, auf diese neuen Kriterien zu reagieren. Derzeit ist Google wieder dabei, grundlegende Relevanzkriterien für die Platzierung von Webseiten zu erarbeiten bzw. zu überarbeiten – Stichwort: audioviduelle Inhalte (Podcasts, Videos auf der Webseite).
Basis SEO als Kleines 1 x 1
Doch bevor es so richtig ins Eingemachte geht, ist erst einmal immenser Nachholbedarf bei den rudimentären Anforderungen erforderlich, sozusagen damit die Unternehmen ersteinmal vom gestern ins heute gelangen. Für Webseiten bedeutet das entsprechend saubere handwerkliche Arbeit (sprich Validität der Seite), Verschlagwortung sowie grundlegende Optimierung. Das ist das Kleine 1×1 der Suchmaschinenoptimierung, das durch einfache Recherche gefunden, gelernt und umgesetzt werden kann. Das sollte ohnehin übrigens zum Standard jeder Internetagentur gehören. Nehmen Sie Ihre Partner in diesem Leistungsbereich in die Pflicht! Wenn die passen oder lamentieren, “und tschüss!” Wer sich darum nicht kümmert, läuft bei der Kür von vornherein außerhalb der Konkurrenz.
Mit Online-Relations zum Erfolg
Wer aber auch in Zukunft erfolgreich sein will, muss mehr tun. Erfolg bedeutet in diesem Fall: Gefunden zu werden, angeklickt zu werden und den Webseitenbesucher dazu zu animieren, einen Kontakt zu hinterlassen. Der Fachbegriff ist Online-Relations, um das Internet effizient als Kommunikationsraum zu nutzen. Hierfür stehen kostenlose und kostenpflichtige Instrumente zu Verfügung. PR-Portale, Social-Media-Plattformen, digitale Newsletter, RSS-FEED, der optimierte Pressebereich auf der eigenen Webseite und nicht zuletzt auch Videos und Audiobeiträge bieten Möglichkeiten. Hinzu kommen dann noch weiteres Optimierungen auf der eignene Webseite. Doch bevor es losgeht und sich Unternehmen nun auf Twitter, Facebook und XING austoben, ist eine Strategie von Nöten. Nur mit einem Konzept (das die klassische Kommunikation ergänzt und nicht ersetzt!), mit Kontinuität und einem Controlling der Online-Kommunikation können die Zielsetzungen auch erreicht werden. (Alles andere wäre sonst wirklich nur Spielerei.)
Kleinere Budgets, weniger Zeit
Online-Kommunikation kostet Geld, klar. Konzepte müssen erarbeitet, Webseiten optimiert, Texte müssen suchmaschinenrelevant geschrieben oder umformuliert werden, Accounts bei twitter oder Facebook gepflegt, Blogs gefüllt und Videos gedreht und bereitgestellt werden. Im Vergleich zur klassichen, statischen Kommunikation ist es aber entweder güünstiger, oder bei gleichem Invest messbar effektiver. Also entweder Geld sparen oder Nutzen erhöhen – oder sogar beides. In erster Linie kostet es aber Zeit, und zwar Ihre Zeit. Denn Online-Relations mit dem Ziel bekannter zu werden, sich für Zielgruppen attraktiv zu machen und eine Positionierung / einen Status (Reputationsmanagement) aufzubauen, funktioniert nicht über Nacht. Und das ist nicht alleine Aufgabe der Agentur. Online-Relations ist Management-Aufgabe. Aber, das belegen Projekte, Studien und eigene Erfahrungen, diese Zeit ist gut investiert und trägt nachhaltig Früchte, denn auch im Internet gilt: Wer schreibt, der bleibt.
Fazit
In vielen Unternehmen, Verbände, Einrichtungen und Dienstleister liegt großes Potenzial ungenutzt brach. Denn egal ob Produkt oder Dienstleistung, egal ob B2B oder B2C, ganz gleich ob Existenzgründer, Markenartikler oder Traditionsunternehmen – an der digitalen Kommunikation als Grundlage und Motor für eine erfolgreiche Geschäftsführung geht heute kein Weg mehr vorbei.
(1) Dominik Ruisinger: Online Relations: Leitfaden für moderne PR im Netz, 2007